Manchmal wünscht man sich als Eltern, die Kinder wären wieder klein. Also zumindest so klein, dass sie in den Kindergarten gehen. Denn dann weiß man seine Kleinen sicher und gut betreut und das während arbeitnehmerfreundlicher Zeiten. Und wenn, wie in Stammheim, die Geburten plötzlich ansteigen, wurde darauf angemessen reagiert und ein Anbau zeitnah angegangen. Soweit so gut.

Ist dieser Tatendrang vielleicht auch dem Umstand geschuldet, dass Eltern seit 2013 einen Rechtsanspruch auf einen Krippenplatz haben, der eingeklagt werden kann und die Gemeinde schadensersatzpflichtig macht, wenn er nicht zur Verfügung steht?

Und hat der Umstand, dass dieser Rechtsanspruch für einen Ganztag für Grundschulkinder erst ab 2025 besteht, vielleicht damit zu tun, dass die Gemeinde hier sehr zögerlich handelt und der Ansicht ist, nicht jedes Kind bräuchte einen Platz? Braucht es wirklich immer erst den Druck des Gesetzes, um eine Gemeinde zum Handeln zu bewegen? Wäre es nicht schöner, wenn die Gemeinde auch so die Bedürfnisse ihrer Einwohner ernst nimmt?

Und hier stellt sich konkret die Frage, welche Möglichkeiten unserer Gemeinde für einen Ausbau der Mittagsbetreuung zur Verfügung stehen, um den Eltern HIER und JETZT zu helfen. Da das ehemalige Raiffeisen-Gebäude in Zeilitzheim bereits im ersten Jahr an seiner Kapazitätsgrenze ist (siehe Beitrag OGS – Das Prinzip Hoffnung), besteht die Notwendigkeit, sich auch über Alternativen Gedanken zu machen, die die Zeit bis das neue Schulgebäude steht, überbrücken. Denn hier sollten sich die Eltern nicht mit einem „das geht beim besten Willen nicht“ vertrösten lassen, denn wessen Wille sollte denn das Maß der Dinge sein. Doch wohl der der Bürgerinnen und Bürger!

Eine Möglichkeit wäre die Ausbaureserve, die das Gebäude im Dachgeschoss hat, zu nutzen. Dieses Dachgeschoss wurde auch dem Lehrerkollegium bei den ersten Besichtigungen immer gezeigt und damit wurde für das Gebäude geworben. Hierfür könnte man nicht nur auf Eigenmittel setzen, sondern könnte auch Eltern und Firmen motivieren, in Eigenregie tätig zu werden.

Es könnte auch überlegt werden, ob das Schulgebäude in Zeilitzheim über das jetzige Maß hinaus für die Mittagsbetreuung mitgenutzt werden könnte. Die Nutzung von Schulgebäuden für die Mittagsbetreuung ist an vielen Orten möglich, warum sollte es hier nicht so sein?

Offene Ganztagsschule – pragmatische Handlungsalternativen

Und schließlich wäre auch eine Möglichkeit, mobile Module für die Gemeinde zu erwerben. In vielen Gemeinden und Städten stützt sich die gesamte Mittagsbetreuung auf solche Lösungen, da gerade in Großstädten nicht genügend Gebäude zur Verfügung stehen. Diese Module hätten den Vorteil, dass sie multifunktionell einsetzbar sind. Man kann sie einrichten wie man möchte und sie sind örtlich flexibel. Wenn dann das neue Schulgebäude steht, kann man sie beispielsweise nutzen, wenn der Kindergarten in einem Ort wieder plötzlich zu klein wird oder ein Umbau ansteht.

Das wäre doch eine Lösung, die Vielen hilft, die Kosten im Blick behält und eine zukunftsweisende Perspektive aufzeigt.

(Bilder Schulcontainer – Schule am Sandberg mit freundlicher Genehmigung von markenstuermer.de und containerrent.de)